Filmprojekt „The Ketchup - Effekt“


Zielgruppe: 8. und 9. Klasse

 

Dauer: 4 bis 5 Schulstunden

Referentin: Renate Weiler / Diplom-Sozialpädagogin (BA) und systemische Beraterin (DGSF)

                    Hanne Blust  / Psychologische Beraterin

 

Inhalte:

Ansehen des Spielfilms „The Ketchup-up Effekt“ (87 min)

Sophie und ihre Freundinnen führen ein normales Teenagerleben. Dazu gehört auch die Neugier auf Feiern,

Alkohol und Sex. Bei einer Party wird Sophie unfreiwillig, weil betrunken, in eindeutig zweideutigen Posen fotografiert. Am nächsten Tag machen die Bilder in der Schule die Runde.


Besprechen des Films mit dem Ziel sich respektvoll über Meinungen, Wertvorstellungen,
Gefühle und 
Grenzen zu dem Thema Beziehung und Sexualität auszutauschen und Reflexion anzuregen.


Persönliche Grenzen, rechtliche Grenzen, Straftaten gegen die sexuelle
Selbstbestimmung und Cybermobbing.

Wer sind die Täter? Wie gehen sie vor?

Wie kann ich mich schützen?

Wie gehe ich vor?




 

Eine Mitmachausstellung für Grundschulklassen der Stufen 2, 3 und 4

 

 

Die Kinder sind konzentriert und mit viel Feuereifer dabei;

 

das Material, das zur Verfügung gestellt wird ist ansprechend und gut durchdacht konzipiert;

 

im Unterricht kann das Thema mit Hilfe der vielfältig zusammengestellten Materialien weiter behandelt werden“

 

(Zitate aus dem Feedback der Grundschule Stetten)

 

Was ist die Idee hinter den StandPUNKTEN?

In den letzten Jahren rückte es vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit: Viele Kinder sind betroffen von sexuellem Missbrauch oder sexueller Gewalt und verstehen dabei oft gar nicht, was mit ihnen geschieht. Die Täter, die häufig dem persönlichen Umfeld entstammen, setzen sie emotional unter Druck, indem sie ihnen vermitteln, dass das Geschehene ein Geheimnis bleiben müsse. Den Kindern fehlt die Möglichkeit, ihre Belastungen in Worte zu fassen. Sie leiden massiv, häufig über Jahre, ohne sich jemandem anvertrauen zu können. Teilweise wird ihnen erst im Erwachsenenalter klar, was geschehen ist und sie reagieren dann verspätet mit Lebenskrisen, Depressionen oder Bindungsstörungen.

An unsere Beratungsstelle wenden sich Betroffene von Gewalt und sexuellem Missbrauch. Darüber hinaus ist in diesem Bereich die Prävention allerdings zentral wichtig. Wir wollen Kinder stärken und schützen und wir wollen ihnen, falls sie in Situationen geraten, die ihnen schaden könnten, Rüstzeug an die Hand geben, damit sie sich Hilfe holen können.

Aus diesem Grund haben wir unter der kompetenten Federführung unserer beim Verein angestellten Fachkräfte eine Ausstellung – StandPUNKTE - entwickelt, die von Grundschulen im Landkreis Rottweil ausgeliehen werden kann.

Indem sich die Kinder intensiv unter Begleitung der Lehrpersonen mit StandPUNKTE und den dort gestellten Aufgaben befassen, lernen sie, Verantwortung für ihren Körper zu übernehmen, Grenzen zu setzen, die Grenzen anderer zu akzeptieren und somit auch für ihre Rechte einzustehen. Sie sollen lernen, eigenen Gefühlen zu trauen und sie sollen Mut bekommen, sich abzugrenzen und NEIN zu sagen. Sie sollen lernen, „gute“ von „schlechten“ Geheimnissen zu unterscheiden und die Notwendigkeit erkennen, sich Hilfe zu holen.

 

Wichtig ist uns hierbei auch, dass bei einem Elternabend die Eltern vorab zum Thema von StandPUNKTE  informiert werden und die Lehrkräfte in einem Lehrerinformationsworkshop vorbereitet werden, damit sie die Kinder gut durch die Ausstellung begleiten können.

 

Hinweis für Fachkräfte:

 

Die StandPUNKTE wurden gerade zu dem Zeitpunkt fertiggestellt, als für Baden-Württemberg  im Zuge des neuen Bildungsplanes u.a. die neue Leitperspektive  «Prävention und Gesundheitsförderung»  veröffentlicht wurde mit dem Ziel der Förderung von Lebenskompetenzen und der Stärkung von persönlichen Schutzfaktoren der Kinder im Schulalltag. Die Ausstellung vermittelt diese Kompetenzen mit einem pädagogisch fundierten Konzept.

Wie erfolgt die Umsetzung?

Wir haben die StandPUNKTE als Mitmach-Wander-Ausstellung konzipiert.

Sie wird jeweils für etwa drei bis vier Wochen an eine Grundschule im Landkreis Rottweil vermietet. Die Schule braucht hierfür einen Raum von zumindest etwa 40 Quadratmeter.

Dort werden die fünf Stelen aufgebaut, die die nachfolgend aufgeführten Bereiche und damit die fünf allgemein gültigen Präventionsbausteine bearbeiten:

- Gefühle

- Berühren

- Körper

- Geheimnis und Hilfe

- Nein und Ja sagen

Ein Beispiel ist am Ende des Textes näher dargestellt.

Die Eltern werden im Rahmen eines von unserer Fachkraft geleiteten Elternabends informiert, die Lehrerinnen und Lehrer der Schule erhalten von unserer Fachkraft eine Einführung in die Thematik der Ausstellung und die Arbeit an den Stelen.

Die Kinder sollen nun über die Standzeit der Ausstellung an ihrer Schule immer wieder, begleitet von einer Lehrkraft, aber selbstständig agierend, in der Ausstellung tätig sein. Sie bewältigen an mehreren Tagen verschiedene Aufgaben jeweils in Partnerarbeit oder im Team. Sie führen einen sogenannten PUNKTEPLAN, ein Arbeitsheft, das an jedes Kind ausgegeben wird, und in welchem sie das Erlebte schriftlich reflektieren und weiterführende Aufgaben bearbeiten. So sollen sich die Inhalte nachhaltig verfestigen. Am Ende, wenn die Kinder alles gemeistert haben, erhalten sie eine Medaille und dürfen auf dem Thron sitzend den Applaus dafür genießen.

Die Themen der Ausstellung sollen auch in den sonstigen Unterricht einfließen, deshalb erhalten die Lehrerinnen und Lehrer von uns erarbeitetes, weiterführendes Unterrichtsmaterial.

Das gesamte Material wird von FhF + AUSWEGE gestellt, ein Elternbrief sowie ein Elternratgeber sind vom Verein vorbereitet. Die Ausstellung wird von uns auf- und abgebaut, während der Ausleihzeit ist die jeweilige Schule für die Ausstellung verantwortlich.

Für die Anmietung wird ein – bei weitem nicht kostendeckender - Beitrag von 350 Euro von der Schule erhoben, darin enthalten sind sowohl alle Materialien als auch der Elternabend und der Lehrerinformationsworkshop. Oftmals verfügt die Schule über einen Förderverein, der die Kosten trägt. Auch kann an eine kleine Beteiligung der Eltern gedacht oder aber um Sponsoring bei Wirtschaftsunternehmen oder privaten Förderern vor Ort nachgefragt werden. Die Kosten sollten jedoch kein Hinderungsgrund sein, einer Schule die StandPUNKTE nicht zu ermöglichen!

Eine interessierte Schulleitung, interessierte Lehrkräfte oder Schulsozialarbeiter, interessierte Eltern, denen es wichtig ist, die Ausstellung an ihrer Schule zu haben oder andere Personen, die das Konzept und die Idee der StandPUNKTE interessiert, sind herzlich eingeladen, sich per Mail oder Telefon an unsere Beratungsstelle zu wenden:

FhF + AUSWEGE e. V. in Rottweil

Telefon 0741 – 41314

info@fhf-auswege.de

www.fhf-auswege.de

 

Das bisherige Feedback

 

Das bisherige Feedback bestätigt uns – Schüler wie Lehrer profitieren stark von der Ausstellung.

 

Schauen Sie doch mal rein in die Rückmeldungen:

 

Kommentare zu StandPUNKTE:

 

Römerschule GS

Die Zusammenarbeit im Vorfeld war unbürokratisch, praktisch und sehr persönlich J

Die Ausstellung selbst bestach sowohl durch  die handlungsorientierte als auch sehr ansprechende  Aufmachung der Stationen, die die Schüler zur selbstständigen Bearbeitung animierten. Inhaltlich sind die Stationen umfassend und kindgerecht gestaltet und jeder Schule zu empfehlen. Gut, dass wir uns die Zeit für diese inhaltliche Auseinandersetzung genommen haben.

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Stetten GS, März 2017
Meinungen zur Wanderausstellung „StandPUNKTE –Präventionsprojekt für Grundschulkinder“

Rückmeldungen von Lehrkräften und Schulleitung der Grundschule Stetten:

- sehr ansprechende und vielfältige Stationen
- Kinder sind sehr motiviert bei der Sache
- die Kinder unterhalten sich im geschützten Rahmen über mögliche Gefahren im Alltag
- die Kinder lernen ein lautes NEIN zu schreien und formulieren ihre Gefühle entsprechend
- alle Sinne werden motivierend angesprochen
- ein so vielfältiges, toll aufgebautes und motivierendes Angebot können wir von der Schule aus gar nicht anbieten

in den Stunden herrscht eine angenehme Atmosphäre
die Kinder sind konzentriert und mit viel Feuereifer dabei
das Material, das zur Verfügung gestellt wird ist ansprechend und gut durchdacht konzipiert
im Unterricht kann das Thema mit Hilfe der vielfältig zusammengestellten Materialien weiter behandelt werden
auch unsere Erstklässler freuen sich riesig auf die Aufgaben, denn sie haben einen „großen“ Zweitklässler als Partner
wann immer wir zu den Standpunkten gehen, herrscht Jubelstimmung

Die Kinder lernen nachhaltig für ihr Leben, da sie immer wieder an den ganzheitlich konzipierten Stationen arbeiten können. An den angebotenen Standpunkten werden alle Sinne auf motivierende Art angesprochen. Das Thema „Prävention“ wird dabei nicht in wenigen Stunden abgehandelt, sondern bekommt einen Zeitraum von 3-4 Wochen. In dieser Zeit werden die Kinder zunehmend sensibilisiert, dass der eigene Körper etwas sehr persönliches und einmaliges ist.
„Was mit meinem Körper geschieht, entscheide ich selbst!“
Mit großer Begeisterung und voller Engagement arbeiten unsere Schülerinnen und Schüler täglich an den Stationen.
Ein großes Dankeschön, an alle, die dieses Projekt ermöglicht haben.

 

 

 

Ein Beispiel : Die „Gefühle-Stele“

 

 

 

Und hier die zugehörige Arbeitsanleitung mit den bei der Bearbeitung verfolgten Zielen:

 

ORANGE STELE

 

StandPUNKT GEFÜHLE

 

1. Gefühle-Uhr (2 Spiele hierzu)

Material

Gefühle-Uhr (Drehscheibe) an der Stele

22 Spielkarten

2 orange runde Teppiche

2 Spielanleitungen

Uhrenspiel 1

Ziele

Gefühle erkennen, benennen, zuordnen

Gefühle einordnen, die nicht eindeutig schlecht oder gut sind, sondern evtl. verwirrend

Erkennen, dass jeder etwas anderes empfinden kann, nicht jeder interpretiert eine Situation genau gleich

Ablauf

Die Karten werden auf dem Boden verteilt, ein Kind dreht die Uhr. Alle passenden Karten werden zu dem angezeigten Gefühl gelegt. Es wird abwechselnd gespielt bis alle Karten verteilt sind.

Text Spielanleitung

Verteilt die Karten auf dem Boden. Einer dreht die Uhr. Zu dem angezeigten Gesicht werden alle passenden Karten gelegt. Es wird abwechselnd gespielt, bis alle Karten verteilt sind.

Uhrenspiel 2

Ziele

Gefühle erkennen und benennen

Gefühl darstellen und ausdrücken

Einfühlen in mein Gegenüber

Ablauf

Ein Kind dreht die Uhr. Der Partner darf nicht sehen, bei welchem Gesicht die Uhr stehen bleibt. Nun wird dieses Gefühl mit dem Gesicht und lautlos vorgespielt. Das andere Kind muss raten, was gespielt wird.

Text Spielanleitung

Einer dreht die Uhr. Der Partner darf nicht sehen, bei welchem Gesicht die Uhr stehen bleibt. Nun wird dieses Gefühl mit dem Gesicht und ohne Worte vorgemacht. Der andere muss erraten, welches Gefühl gezeigt wird. Es wird abwechselnd gespielt.

------- PUNKTEPLAN

2. Lass die Figuren sprechen

Material

2 Filzfiguren

15 Spielkarten (Fotos von Spielsituationen)

1 orange runder Teppich

1 Spielanleitung

Ziele

Gefühle anhand der Figuren ausdrücken

Empathie einüben

Phantasie anregen: was könnte passiert sein? Was ist mir schon passiert?

Eigene Erfahrungen nachspielen

Gefühle reflektieren: wie kann die Situation weitergehen? Entwicklung von Lösungen und Strategien

Ablauf

Ein Kind zieht eine Karte. Auf den Karten sind die Figuren in verschiedenen Situationen dargestellt. Die Kinder spielen die Situation mit den Figuren nach und überlegen sich eine kurze Geschichte. Sie schreiben die Geschichte im Punkteplan auf.

Text Spielanleitung

Zieht eine Karte. Die Figuren zeigen ein Gefühl. Denkt euch eine Geschichte zu diesem Gefühl aus.

Spielt sie mit den Figuren nach und schreibt die Geschichte auf.

-------- PUNKTEPLAN

3. Ohne Worte

Material

20 Spielkarten mit verschiedenen Sinneswahrnehmungen

1 Spielanleitung

Ziele

Darstellung von Situationen, die Kindern bekannt sind

Identifikation mit dem Gegenüber

Entscheiden, ob es sich um ein positives, ein negatives oder ein nicht einzuordnendes Gefühl handelt

Ablauf

Ein Kind soll ohne Worte und insbesondere mimisch darstellen, was es auf der Karte liest. Das andere Kind soll erraten, was dargestellt ist.

Text Spielanleitung

Zieh‘ eine Karte und spiele die darauf beschriebene Situation ohne Worte nach. Dein Partner soll erraten, was passiert ist und wie du dich fühlst.

Es wird abwechselnd gespielt.

 


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