Bitte informieren Sie sich über unser neues Präventionsprojekt auf dieser Homepage auf den StandPUNKTE Seiten.


Filmprojekt „The Ketchup - Effekt“


Zielgruppe: 8. und 9. Klasse

 

Dauer: 4 bis 5 Schulstunden

Referentin: Renate Weiler / Diplom-Sozialpädagogin (BA) und systemische Beraterin (DGSF)

                    Hanne Blust  / Psychologische Beraterin

 

Inhalte:

Ansehen des Spielfilms „The Ketchup-up Effekt“ (87 min)

Sophie und ihre Freundinnen führen ein normales Teenagerleben. Dazu gehört auch die Neugier auf Feiern,

Alkohol und Sex. Bei einer Party wird Sophie unfreiwillig, weil betrunken, in eindeutig zweideutigen Posen fotografiert. Am nächsten Tag machen die Bilder in der Schule die Runde.


Besprechen des Films mit dem Ziel sich respektvoll über Meinungen, Wertvorstellungen,
Gefühle und 
Grenzen zu dem Thema Beziehung und Sexualität auszutauschen und Reflexion anzuregen.


Persönliche Grenzen, rechtliche Grenzen, Straftaten gegen die sexuelle
Selbstbestimmung und Cybermobbing.

Wer sind die Täter? Wie gehen sie vor?

Wie kann ich mich schützen?

Wie gehe ich vor?


Präventionsparcours „Echt krass“

 

Sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen werden in den letzten Jahren in Schule und Jugendhilfe, aber auch den Medien, verstärkt thematisiert. Gut ein Fünftel aller Tatverdächtigen bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind unter 21 Jahre alt. Etwa 13-19 % aller Mädchen und 1 -3 % aller Jungen zwischen 14 und 17 Jahren berichten, bereits mit sexuellen Grenzverletzungen konfrontiert zu sein. (BZgA 2010). Sexuelle Grenzverletzungen reichen von vergleichsweise harmlosen Übergriffen wie z.B. sexistischen Sprüchen über unangemessene Berührungen bis hin zu einer Vergewaltigung.

 

Während in den Medien häufig besonders krasse Beispiele für sexuelle Übergriffe, insbesondere sexuelle Gewalt, groß herausgestellt werden, erleben die Jugendlichen eine Vielfalt von verbalen, körperlichen und medialen sexuellen Übergriffen, die sie häufig gar nicht als solche wahrnehmen. Sie sind Teil des Alltags und die Jugendlichen spüren nicht, wann ihre Grenzen überschritten werden. Oder sie leiden unter den Grenzverletzungen und kennen alleine keinen Ausweg aus der Notlage. Auch übergriffige Jugendliche leiden unter ihrem Verhalten und benötigen Hilfe.

 

Hier will die Mitmachausstellung „Echt krass“ ansetzen. Das Ziel des Parcours ist es:

 

Jugendliche für sexuelle Grenzverletzungen zu sensibilisieren

Informationen über sexualisierte Gewalt und das Recht auf Schutz und Hilfe

Stärkung der Mädchen und Jungen in ihrer sozialen Kompetenz, Eröffnung von Handlungsalternativen

 

Aus der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft des Landkreises Rottweil heraus haben Donum vitae, das Gesundheitsamt und Frauen helfen Frauen + AUSWEGE e. V. die Arbeitsgruppe Prävention gebildet und den Frauengesundheitstag als Präventionsprojekt über 10 Jahre hinweg organisiert. 2015 ging diese Arbeitsgruppe neue Wege und holte den interaktiven Präventionsparcours „Echt krass! – Wo hört der Spaß auf?“ des Präventionsinstituts Petze Kiel in den Landkreis Rottweil. Dies war möglich dank einer großzügigen Spende der Hermle Stiftung speziell für dieses Projekt.

 


 Der Mitmachparcours besteht aus fünf Lernstationen mit drei Aktionswänden und einer Introkabine.

 

  • Sex sells: thematisiert sexistische Werbung, Pornographie und sexuelle Übergriffe im Internet

  • Trial and Error: befasst sich mit Flirttipps, Anmachsprüchen und Selbstbehauptung

  • Stop and go: präsentiert sexuelle Skripts, Klischees und worauf Jungen und Mädchen achten sollten, wenn sie Grenzen setzen

  • Love and hate: setzt sich mit Gruppendruck, Teenagerbeziehungen und sexueller Gewalt durch Erwachsene auseinander

  • Law and order: legt Mythen und Tatsachen über Vergewaltigung, Sexualstraftaten und Gesetze sowie Folgen sexueller Gewalt offen

 

 

Die Eltern wurden über einen Brief und Flyer über „Echt krass“ informiert und konnten an einem Informationsabend mit Kurzvortrag zum Thema teilnehmen. Außerdem bestand die Möglichkeit zum Rundgang durch die Ausstellung und zur Diskussion. Für die Netzwerkpartner der Organisatoren und Lehrer gab es ebenfalls eine Veranstaltung mit einer Einführung in das Thema und der Möglichkeit, an den Präventionsstationen zu arbeiten.

 

296 Schüler aus 14 Klassen der Stufen 8 bis 10 arbeiteten nach einer Einführung selbstständig in Kleingruppen an den Stationen. Die Schüler berichteten, dass sie einiges, was sie an den Stelen erfuhren, bereits wussten, dass aber einiges auch neu war. Insgesamt fanden sie, dass die Arbeit an den Stelen Spaß gemacht habe und eine gute Form sei, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Mit großem Interesse nahmen sie die Informationen zu K.o.- Tropfen auf.

 

Alle Schüler erhielten die Broschüre „wo hört der Spaß auf?“ zur Vertiefung des Themas sowie verschiedene Flyer der Veranstalter, um so das örtliche Hilfenetz kennen zu lernen.


Treff 12 Selbstbehauptungseinheit

 

In der Nachmittagsbetreuungsgruppe (4. bis 9. Klasse) der Förderschule Peter Meyer in Schramberg führte unsere Beraterin Frau Weiler eine Selbstbehauptungseinheit durch. Die Erzieher der Gruppe hatten vorab berichtet, dass einzelne Kinder und Jugendliche Mobbing erleben und auch schon von anderen geschlagen wurden. Mittels Übungen und kleinen Rollenspielen wurden die Kinder und Jugendlichen geschult, eine selbstbewusste Körperhaltung einzunehmen und bei Grenzsetzungen deutlich die Stimme, die Mimik, den Tonfall und den Körper einzusetzen. Die Gruppe machte nach einer Anwärmphase begeistert mit und jeder Teilnehmer erhielt zum Abschluss einen kleinen Erinnerungsstein, um das Erlernte zu vertiefen. Die Erzieher berichteten später, dass die Schüler immer mal wieder über den Nachmittag sprechen und gerne den Stein herausziehen, wenn ein Schüler in Opferhaltung dasteht oder ansonsten sehr ängstlich ist.