Eine Mitmachausstellung für Grundschulklassen der Stufen 2, 3 und 4

 

 

Die Kinder sind konzentriert und mit viel Feuereifer dabei;

 

das Material, das zur Verfügung gestellt wird ist ansprechend und gut durchdacht konzipiert;

 

im Unterricht kann das Thema mit Hilfe der vielfältig zusammengestellten Materialien weiter behandelt werden“

 

(Zitate aus dem Feedback der Grundschule Stetten)

 

Was ist die Idee hinter den StandPUNKTEN?

In den letzten Jahren rückte es vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit: Viele Kinder sind betroffen von sexuellem Missbrauch oder sexueller Gewalt und verstehen dabei oft gar nicht, was mit ihnen geschieht. Die Täter, die häufig dem persönlichen Umfeld entstammen, setzen sie emotional unter Druck, indem sie ihnen vermitteln, dass das Geschehene ein Geheimnis bleiben müsse. Den Kindern fehlt die Möglichkeit, ihre Belastungen in Worte zu fassen. Sie leiden massiv, häufig über Jahre, ohne sich jemandem anvertrauen zu können. Teilweise wird ihnen erst im Erwachsenenalter klar, was geschehen ist und sie reagieren dann verspätet mit Lebenskrisen, Depressionen oder Bindungsstörungen.

An unsere Beratungsstelle wenden sich Betroffene von Gewalt und sexuellem Missbrauch. Darüber hinaus ist in diesem Bereich die Prävention allerdings zentral wichtig. Wir wollen Kinder stärken und schützen und wir wollen ihnen, falls sie in Situationen geraten, die ihnen schaden könnten, Rüstzeug an die Hand geben, damit sie sich Hilfe holen können.

Aus diesem Grund haben wir unter der kompetenten Federführung unserer beim Verein angestellten Fachkräfte eine Ausstellung – StandPUNKTE - entwickelt, die von Grundschulen im Landkreis Rottweil ausgeliehen werden kann.

Indem sich die Kinder intensiv unter Begleitung der Lehrpersonen mit StandPUNKTE und den dort gestellten Aufgaben befassen, lernen sie, Verantwortung für ihren Körper zu übernehmen, Grenzen zu setzen, die Grenzen anderer zu akzeptieren und somit auch für ihre Rechte einzustehen. Sie sollen lernen, eigenen Gefühlen zu trauen und sie sollen Mut bekommen, sich abzugrenzen und NEIN zu sagen. Sie sollen lernen, „gute“ von „schlechten“ Geheimnissen zu unterscheiden und die Notwendigkeit erkennen, sich Hilfe zu holen.

 

Wichtig ist uns hierbei auch, dass bei einem Elternabend die Eltern vorab zum Thema von StandPUNKTE  informiert werden und die Lehrkräfte in einem Lehrerinformationsworkshop vorbereitet werden, damit sie die Kinder gut durch die Ausstellung begleiten können.

 

Hinweis für Fachkräfte:

 

Die StandPUNKTE wurden gerade zu dem Zeitpunkt fertiggestellt, als für Baden-Württemberg  im Zuge des neuen Bildungsplanes u.a. die neue Leitperspektive  «Prävention und Gesundheitsförderung»  veröffentlicht wurde mit dem Ziel der Förderung von Lebenskompetenzen und der Stärkung von persönlichen Schutzfaktoren der Kinder im Schulalltag. Die Ausstellung vermittelt diese Kompetenzen mit einem pädagogisch fundierten Konzept.

Wie erfolgt die Umsetzung?

Wir haben die StandPUNKTE als Mitmach-Wander-Ausstellung konzipiert.

Sie wird jeweils für etwa drei bis vier Wochen an eine Grundschule im Landkreis Rottweil vermietet. Die Schule braucht hierfür einen Raum von zumindest etwa 40 Quadratmeter.

Dort werden die fünf Stelen aufgebaut, die die nachfolgend aufgeführten Bereiche und damit die fünf allgemein gültigen Präventionsbausteine bearbeiten:

- Gefühle

- Berühren

- Körper

- Geheimnis und Hilfe

- Nein und Ja sagen

Ein Beispiel ist am Ende des Textes näher dargestellt.

Die Eltern werden im Rahmen eines von unserer Fachkraft geleiteten Elternabends informiert, die Lehrerinnen und Lehrer der Schule erhalten von unserer Fachkraft eine Einführung in die Thematik der Ausstellung und die Arbeit an den Stelen.

Die Kinder sollen nun über die Standzeit der Ausstellung an ihrer Schule immer wieder, begleitet von einer Lehrkraft, aber selbstständig agierend, in der Ausstellung tätig sein. Sie bewältigen an mehreren Tagen verschiedene Aufgaben jeweils in Partnerarbeit oder im Team. Sie führen einen sogenannten PUNKTEPLAN, ein Arbeitsheft, das an jedes Kind ausgegeben wird, und in welchem sie das Erlebte schriftlich reflektieren und weiterführende Aufgaben bearbeiten. So sollen sich die Inhalte nachhaltig verfestigen. Am Ende, wenn die Kinder alles gemeistert haben, erhalten sie eine Medaille und dürfen auf dem Thron sitzend den Applaus dafür genießen.

Die Themen der Ausstellung sollen auch in den sonstigen Unterricht einfließen, deshalb erhalten die Lehrerinnen und Lehrer von uns erarbeitetes, weiterführendes Unterrichtsmaterial.

Das gesamte Material wird von FhF + AUSWEGE gestellt, ein Elternbrief sowie ein Elternratgeber sind vom Verein vorbereitet. Die Ausstellung wird von uns auf- und abgebaut, während der Ausleihzeit ist die jeweilige Schule für die Ausstellung verantwortlich.

Für die Anmietung wird ein – bei weitem nicht kostendeckender - Beitrag von 350 Euro von der Schule erhoben, darin enthalten sind sowohl alle Materialien als auch der Elternabend und der Lehrerinformationsworkshop. Oftmals verfügt die Schule über einen Förderverein, der die Kosten trägt. Auch kann an eine kleine Beteiligung der Eltern gedacht oder aber um Sponsoring bei Wirtschaftsunternehmen oder privaten Förderern vor Ort nachgefragt werden. Die Kosten sollten jedoch kein Hinderungsgrund sein, einer Schule die StandPUNKTE nicht zu ermöglichen!

Eine interessierte Schulleitung, interessierte Lehrkräfte oder Schulsozialarbeiter, interessierte Eltern, denen es wichtig ist, die Ausstellung an ihrer Schule zu haben oder andere Personen, die das Konzept und die Idee der StandPUNKTE interessiert, sind herzlich eingeladen, sich per Mail oder Telefon an unsere Beratungsstelle zu wenden:

FhF + AUSWEGE e. V. in Rottweil

Telefon 0741 – 41314, info@fhf-auswege.de

www.fhf-auswege.de


Download
Für weitere Informationen können Sie sich unseren Flyer zu StandPUNKTE herunterladen.
Flyer_160308_final_RZ_Druckdatei_Flyeral
Adobe Acrobat Dokument 1.5 MB